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Wieso Marsa Alam?

September 2022 - Wie alles begann

"Wir haben keine Zeit für ihn. Wenn Du ihn nicht nimmst setzen wir ihn wieder zurück auf die Strasse, dann stirbt er halt."

Ich sah ein kleines bisschen Katze in ihrer Hand, ein mickriges Häufchen Elend. Nicht mal eine Handvoll, mehr tot als lebendig. Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich einmal an diesen Zeitpunkt zurückdenken würde als den Moment, an dem sich unser Leben völlig ändern würde.

Klein Beamy als er bei uns einzog. Und ja, sein Tellerchen ist ein umfunktionierter Untersetzer.
Klein Beamy als er bei uns einzog. Und ja, sein Tellerchen ist ein umfunktionierter Untersetzer.

Wer ist "ich"? Ich bin Lydia Ackermann, Katzenmensch, Taucherin und studierte Betriebswirtin und Juristin. Abgesehen vom Kindheitstraum, Tierforscherin (oder Konditorin) zu werden, hatte ich nicht im Traum daran gedacht, eines Tages ein Tierschutzprojekt im Süden von Ägypten ins Leben zu rufen. 

Lydia, eine Hälfte der Klinik
Lydia, eine Hälfte der Klinik

Dabei hatte alles so entspannt angefangen:  Viktor (mein Ehemann) und ich hatten im Dezember 2020 Urlaub in Marsa Alam gemacht, als Europa einen grossflächigen Lockdown verhängte. Anstatt zurück in den Hausarrest zu fliegen, verlegten wir kurzerhand unser Homeoffice nach Ägypten und blieben in Marsa Alam. Zuerst wohnten, arbeiteten und tauchten wir im Hotel, im Frühjahr 2022 mieteten wir dann eine Wohnung in Marsa Alam und pendelten zwischen der Schweiz und Ägypten.

Da mein Beratungsmandat Ende 2022 auslief, hatte ich den September 2022 zum Tauchen in Ägypten eingeplant um mir zu überlegen, was ich ab 2023 mit meinem Leben anfangen wollte. Ich ging tauchen, richtete eine Katzenfütterstation im Treppenhaus ein und kümmerte mich um die Hunde vor dem Haus. Und ich begann, mich für zwei Tage pro Monat als freiwillige Helferin bei Kastrationskampagnien in Marsa Alam zu engagieren, Hunde und Katzen zur Kastration zu fangen und nach gelungener Operation wieder freizulassen. Und bereits bei meinem ersten Einsatz kam es zu diesem folgenschweren Moment, der mit einem kleinen kranken Katzenbaby in meiner Hand endete.

Das Häufchen Elend wog nicht mal 300g. Viktor und ich tauften ihn Beamy und verschoben unseren Rückflug in die Schweiz um mit dem kleinen Katerchen um jeden Tropfen (abgelaufener) Kittenmilch zu feilschen, zerteilte zerdrückte Antibiotika-Tabletten in das kleine Mäulchen zu bekommen und uns über jedes Häufchen zu freuen. Wir wussten nicht ob er es schafft, aber wir gaben ihm unsere volle Aufmerksamkeit und trugen ihn ständig auf uns herum. 
Alleine, ohne fachliche Unterstützung in Marsa Alam löcherten wir unsere Tierärztin in der Schweiz mit Fragen.

Als wir unseren Rückflug nicht weiter hinausschieben konnten, übernahmen unsere Freunde Kurt und Silvia von uns: "Den kriegen wir durch!", beschied Kurt. 

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